04.10.2016 | ca. 3 min. Lesezeit | Artikel drucken

Zinsradar Oktober 2016

Lieber Leser, wie gewohnt finden Sie hier unseren monatlichen Zinsradar.

In dieser Ausgabe befassen wir uns mit dem europäischen Sparverhalten, im Besonderen der Bruttosparquote der privaten Haushalte. Die Bruttosparquote (nachfolgend „Sparquote“ genannt) ist eine ökonomische Größe, die sich aus dem Verhältnis der Bruttoersparnisse zum verfügbaren Bruttoeinkommen zusammensetzt. Das private Bruttosparen umfasst den Teil des verfügbaren Bruttoeinkommens, der nicht in Form von Konsumausgaben verbraucht wird.

In der darauffolgenden Abbildung sehen Sie die Entwicklung der Sparquoten von ausgewählten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union beginnend ab 1995 und basierend auf den Daten des statistischen Amts der Europäischen Union („Eurostat“).

Quelle: http://ec.europa.eu/eurostat/tgm/table.do?tab=table&init=1&language=de&pcode=tsdec240&plugin=1

Diese Abbildung veranschaulicht, dass die Entwicklung der Sparquoten der privaten Haushalte im europäischen Raum äußerst heterogen sind. Die Sparquoten schwanken in Ländern wie Spanien oder dem Vereinigten Königreich stark und werden u.A. von Faktoren wie gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der Einkommensverteilung und der höheren Bereitschaft Kredite aufzunehmen, beeinflusst. Demgegenüber sind die Sparquoten von Deutschland und Frankreich konstanter und reagieren weniger elastisch auf gesamtwirtschaftliche Entwicklungen. Darüber hinaus bestätigen die Daten von Eurostat, dass die Deutschen starke Sparer sind und ihre Sparquote deutlich über dem Durchschnitt der Eurozone liegt. Außerdem ist beachtlich, dass trotz des sinkenden Zinsniveaus keine signifikant abnehmende Sparquote der europäischen privaten Haushalte erkennbar ist, und die Haushalte weiterhin eine beständige Sparneigung vorweisen.

Neben der Geld- und Zinspolitik der Europäischen Zentralbank, der wirtschaftlichen Lage sowie dem Wettbewerb im Bankensektor spielt eben jene Sparneigung sowie das Anlageverhalten der privaten Haushalte eine entscheidende Rolle für das Zinsniveau in den jeweiligen Ländern und erklärt Zinsunterschiede in der Europäischen Union. Die zuletzt konstante bzw. leicht ansteigende europäische Sparneigung beweist, dass die privaten Haushalte trotz Niedrigzinszeiten auch in Zukunft mit attraktiven Sparanlagen sparen möchten.

Über den Zinsradar

Wir bei WeltSparen glauben, dass Transparenz Kunden dabei helfen kann, das richtige Produkt zu finden. Da Einlagen eine der Hauptfinanzierungsquellen von Banken und nach wie vor das beliebteste Anlageprodukt von Privatkunden sind, wollen wir Ihnen genau hierzu aktuelle Informationen liefern. Außerdem können Sie im monatlichen Länderreport landesspezifische Entwicklungen erfahren.

 

 

 

 

 

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Stand: 30.09.2016, Quellen:

Belgien: Spaargrids; ING Belgien, KBC, Belfius Bank
Dänemark: maybanker; Dankse Bank, Nykredit, Nordea
Deutschland: biallo; Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank
Frankreich: FranceTransactions; BNP Paribas, Societe Generale, Credit Mutuel
Irland: Bonkers.ie; Bank of Ireland, AIB, Ulster Bank

Italien: Conti Deposito; UniCredit, Monte Dei Paschi Di Siena, Mediobanca
Niederlande: Spaarrente; ING, Rabobank, Abn-Amro
Norwegen: Norsk Familieøkonomi; DNB, Danske Bank, Nordea
Österreich: biallo; Erste Bank, Bank Austria, Landesbank Oberösterreich
Polen: Oprocentowanie; PKO Bank Polski, Bank Pekao, mBank

Portugal: Pedro Pais; BPI, BCP, Novo Banco
Rumänien: moneycenter; BCR, BRD, Banca Transilvania
Spanien: tucapital; Santander, BBVA, Sabadell
Schweden: Finansportalen; SEB, Nordea, Swedbank
Vereinigtes Königreich: Moneyfacts; HSBC, Barclays, RBS