14.12.2017 | ca. 4 min. Lesezeit | Artikel drucken

Zinsradar: EZB lässt Leitzinsen unverändert

Die Europäische Zentralbank belässt Leitzinsen auf ihrem derzeitigen Niveau:
Nach der heutigen Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt hat die EZB angekündigt, den Leitzins, zu dem Banken bei der Zentralbank Geld leihen können, auf seinem Rekordtief von 0 % zu belassen. Mario Draghi gab zudem bekannt, dass die EZB den Einlagenzinssatz unverändert bei -0,40 % belassen wird und dass die EZB beabsichtigt, weiterhin Käufe im Rahmen des Asset Purchase Program (APP) mit einem monatlichen Volumen von 30 Mrd. € bis Ende September 2018 oder – falls erforderlich – darüber hinaus zu tätigen. Für Sparer bedeutet dies, dass die historisch niedrigen Einlagenzinsen vorerst unverändert bleiben!

 

Aktuelle Einlagenzinssätze für Privatkunden in der EU:
Laut EZB-Daten werden weiterhin die höchsten durchschnittlichen Zinssätze für Neueinlagen mit Laufzeiten von kleiner gleich einem Jahr in den folgenden Ländern der Eurozone geboten: Niederlande (1,44 %)*, Zypern (1,24 %), Frankreich (0,99 %), Italien (0,91 %) und Griechenland (0,62 %).
Am unteren Ende der Rangliste gab es hingegen kleinere Verschiebungen. Aufgrund eines leichten Anstiegs des durchschnittlichen Einlagenzinssatzes Luxemburgs (+0,05 Prozentpunkte auf 0,12 %) sind die niedrigsten Zinsen in diesem Monat wieder in Spanien zu finden (0,09 %). Ähnlich niedrige Zinsen bieten Banken aus Slowenien (0,14 %), Belgien (0,14 %) und Deutschland (0,15 %). Der durchschnittliche Einlagenzinssatz liegt in Österreich immerhin noch bei 0,24 %.

*Die Angabe von 1,44 % deckt sich nicht mit unserer Recherche auf dem niederländischen Vergleichs­portal Spaarente: Danach sind auf dem niederländischen Markt maximal 0,80 % möglich

 

Höchste Einlagenzinssätze für Festgelder in der EU:
Unserer Recherche hinsichtlich der höchsten lokalen Einlagenzinssätze (basierend auf den jeweils fünf besten Festgeldangeboten) mit Laufzeiten von einem und drei Jahren hat ergeben, dass sich, im Vergleich zum Vormonat, nur geringe Änderungen auf den einzelnen Märkten der Eurozone ergeben haben.
Einjährige Festgelder aus Italien sanken zwar im Schnitt um 0,07 Prozentpunkte auf 1,54 %, sind aber immer noch die bestverzinsten in der Eurozone, gefolgt von Festgeldern aus Portugal (1,07 %) und Frankreich (0,98 %). In Österreich liegt der Zinssatz für einjährige Festgelder bei 0,92 %. Auch für dreijährige Festgelder werden in Italien mit 2,01 % erneut die höchsten Zinssätze geboten. Französische Festgelder mit Laufzeiten von drei Jahren stiegen im Durchschnitt um 0,11 Prozentpunkte auf 1,25 %, gefolgt von Festgeldern aus Österreich (1,15 %). Die niedrigsten durchschnittlichen Zinssätze für einährige und dreijährige Einlagen sind, wie auch schon im Vormonat, in Irland und Belgien zu finden.

 

Einlagenzinssätze der größten Banken im jeweiligen Land:
Die Ergebnisse unserer Analyse der gebotenen Durchschnittszinssätze der größten Banken eines jeden Landes sind weiterhin enttäuschend. Die meisten Großbanken aus der Eurozone bieten nach wie vor Zinssätze nahe der Null-Prozent-Marke, die deutlich unter den lokalen Durchschnittszinsen liegen. Diese Tatsache führt somit zu hohen Zinsverhältnissen der drei größten Banken im Vergleich zu den fünf besten Festgeldangeboten.
Deutsche (0,03 %) und niederländischen Großbanken (0,04 %) bieten derzeit nur einen Bruchteil dessen, was Sparer bei den fünf bestverzinsten Angeboten im gleichen Land erhalten können: Die fünf besten Angebote bieten in Deutschland im Durchschnitt eine 28-mal (0,84 %) und in den Niederlanden 20-mal (0,80 %) höhere Rendite. Auf der anderen Seite bieten Großbanken aus Irland (0,22 %) und Frankreich (0,28 %) immer noch rund zwei Drittel beziehungsweise ein Viertel des Durchschnittszinses der besten lokalen Angebote. In Österreich liegt der Durchschnittszins der Großbanken bei 0,12 % und somit bei rund einem Achtel des Zinssatzes der besten lokalen Angebote.

 

Alle Festgeld-Angebote anzeigen

Stand: 29.11.2017, Quellen:

Belgien: Spaargrids; ING Belgien, KBC, Belfius Bank
Dänemark: mybanker; Danske Bank, Nykredit, Nordea
Deutschland: biallo; Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank
Frankreich: FranceTransactions / cbanque; BNP Paribas, Societe Generale, Crédit Mutuel
Irland: Bonkers.ie; Bank of Ireland, AIB, Ulster Bank

Italien: Conti Deposito; UniCredit, Monte Dei Paschi Di Siena, Mediobanca
Niederlande: Spaarrente; ING, Rabobank, Abn-Amro
Norwegen: Norsk Familieøkonomi; DNB, Danske Bank, Nordea
Österreich: biallo; Erste Bank, Raiffeiseinbank Oberösterreich, BAWAG PSK
Polen: Oprocentowanie; PKO Bank Polski, Bank Pekao, mBank

Portugal: Pedro Pais; BPI, BCP, Novo Banco
Rumänien: Conso.ro; BCR, BRD, Banca Transilvania
Spanien: bankimia, iahorro, helpmycash; Santander, BBVA, Sabadell
Schweden: Finansportalen; SEB, Nordea, Swenska Handelsbanka
Vereinigtes Königreich: Moneysupermarket; HSBC, Barclays, RBS

Merken

Merken