06.09.2016 | ca. 3 min. Lesezeit | Artikel drucken

Zinsradar September 2016

Lieber Leser, wie gewohnt finden Sie hier unseren monatlichen Zinsradar.

In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit Spanien, der viertgrößten Volkswirtschaft in der Euro-Zone, und betrachten im Speziellen die sich erholende Wirtschaft, den politischen Stillstand sowie das dortige Zinsniveau. Nachdem Spanien durch die Finanzkrise und die Immobilienblase in eine tiefe Rezession stürzte, weist die spanische Volkswirtschaft seit 2014 wieder ein positives Wirtschaftswachstum auf. Am 25. August 2016 vermeldete das Statistikamt INE in Madrid, dass das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal mit 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal stärker wuchs als prognostiziert und damit das durchschnittliche Wachstum in der Euro-Zone mit 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal deutlich übertraf.

Die Gründe für die aufstrebende Wirtschaft sind vielfältig. Derzeit profitiert Spanien von einer boomenden Tourismusbranche, da zahlreiche konkurrierende Urlaubsorte wie die Türkei oder Nordafrika durch die instabile politische Lage gemieden werden. Darüber hinaus tragen die zunehmende Investitionsfreudigkeit der Unternehmen, die steigenden Exporte und die wachsenden Verbraucherausgaben positiv zum Wirtschaftswachstum bei.

Jedoch hemmen die politischen Umstände in Spanien die positive wirtschaftliche Entwicklung zu festigen. Nachdem es der konservativen Partei Partido Popular bei der Neuwahl am 26. Juni 2016 nicht gelungen ist, die absolute Mehrheit zu erreichen, scheiterte der geschäftsführende Regierungschef Mariano Rajoy am 02. September 2016 erneut, eine mehrheitsfähige Koalition zu etablieren. Zwar konnte sich Rajoy die Zustimmung der Liberalen sichern, jedoch verweigerte die sozialistische Partei um Pedro Sánchez die Unterstützung wie auch die Duldung einer Kandidatur der seit 2011 regierenden Konservativen.

Weitere Problemfelder in Spanien sind vor allem die hohe Arbeitslosenquote von 20 Prozent sowie die Jugendarbeitslosigkeit von 46 Prozent, das hohe Haushaltsdefizit von 5,1 Prozent und die damit zunehmende Staatsverschuldung. Auch für die spanischen Sparer ist es eine schwere Zeit, um Zinserträge zu genieren. Laut der Europäischen Zentralbank ist der Durchschnittszins von Neueinlagen für Privatkunden seit 2013 drastisch gesunken und befindet sich, vergleichbar mit dem deutschen Zinsniveau, auf einem historischen Tiefpunkt. Gegenüber dem Vorjahr ist der Durchschnittszins für Neueinlagen in Spanien um 0,20% gesunken und für ein einjähriges Festgeld bei den drei größten spanischen Banken erhält ein spanischer Sparer lediglich einen Durchschnittszins von 0,13%.

Die Entwicklung des Zinsniveaus in Europa insgesamt zeigt deutlich, dass die europäischen Sparer, insbesondere in den Zeiten der Niedrigzinsen, stets wachsam nach Alternativen suchen müssen, um erfolgreich sparen zu können.

Über den Zinsradar

Wir bei WeltSparen glauben, dass Transparenz Kunden dabei helfen kann, das richtige Produkt zu finden. Da Einlagen eine der Hauptfinanzierungsquellen von Banken und nach wie vor das beliebteste Anlageprodukt von Privatkunden sind, wollen wir Ihnen genau hierzu aktuelle Informationen liefern. Außerdem können Sie im monatlichen Länderreport landesspezifische Entwicklungen erfahren.

 

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